Die Deklaration von Katzen- & Hundefutter verstehen

Anhand der Deklaration auf einer Futtermittelpackung lässt sich erkennen, wie gut ein Tierfutter wirklich ist. Doch was ist die Deklaration überhaupt? Und was deutet auf gute oder schlechte Inhaltsstoffe hin? Worauf Du bei der Auswahl Deines Futters achten solltest, erfährst Du hier.
Was bedeutet die Deklaration auf Hunde- und Katzenfutter?
Als „Deklaration“ bezeichnet man alle Angaben, die ein Hersteller europaweit laut EU-Verordnung auf der Verpackung seines Futters angeben muss. Dazu gehören:
- Zutatenliste: die Reihenfolge der Zutaten richtet sich nach ihrem Gewichtsanteil zum Zeitpunkt der Verarbeitung. Die Zutat mit höchstem Anteil steht an erster Stelle. Wird eine Zutat besonders hervorgehoben, muss ihr Anteil angegeben werden (z.B. „Rind 4%“).
- Analytische Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.
- Zusatzstoffe: z.B. Vitamine, Mineralstoffe sowie Konservierungsmittel oder Lockstoffe.
Welche gesetzlichen Angaben müssen auf der Futterdeklaration stehen?
Auf den Verpackungen von Fertigfutter für Katzen und Hunde, darunter fallen Alleinfuttermittel, Ergänzungsfuttermittel sowie Diätfuttermittel, müssen folgende Angaben gemacht werden:

- Futtermitteltyp (Allein-, Ergänzungs- oder Diätfutter) sowie Tierart, für die das Futter bestimmt ist
- Bei Allein- und Ergänzungsfutter: Angaben zu analytischen Bestandteilen
- Feuchtigkeit (wenn höher als 14%)
- Zusammensetzung (offene oder geschlossene Deklaration)
- Angaben zu verwendeten Zusatzstoffen
- Nettogewicht
- Mindesthaltbarkeitsdatum
- Fütterungsempfehlung und -hinweise
- Herstellerangaben
Warum ist die Deklaration wichtig für die Gesundheit meines Tieres?
Die Deklaration zeigt Dir, was im Futter enthalten ist. Ob es sich um wertvolle Bestandteile handelt. Oder aber, ob der Hersteller nicht vollkommen offenlegt, was enthalten ist. Wenn Du die Bezeichnungen richtig einordnen kannst, lässt sich die Qualität des Futters deutlich besser bewerten. Gerade bei Tieren mit Allergie oder Unverträglichkeiten ist eine offene Deklaration besonders wertvoll, da Du genau erkennst, welche Zutaten enthalten sind.
Unterschied offene und geschlossene Deklaration
Bei der offenen Deklaration gibt ein Hersteller alle Zutaten genau an. Er legt also komplett „offen“, was im Futter steckt. Dies ist besonders von Vorteil, wenn Dein Hund bzw. Deine Katze eine Allergie oder Unverträglichkeit hat. So kannst Du schnell einschätzen, ob das Futter für Dein Tier geeignet ist.

Beispiel für eine offene Deklaration
Anders ist es bei der geschlossenen Deklaration. Hier fasst der Hersteller die Zutaten in Gruppen zusammen. Auf der Zutatenliste stehen dann z.B. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe. Hier lässt sich nicht erkennen, welche Tierart bzw. welche pflanzlichen Nebenprodukte verarbeitet wurden. Dies ist gesetzlich erlaubt, erschwert aber die genaue Bewertung der Futterqualität.

Beispiel einer geschlossenen Deklaration
Ein Mix aus beiden Formen ist die halboffene Deklaration. Hier nennt der Hersteller beispielsweise „65% Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 15% Rind).

Beispiel einer halboffenen Deklaration
Wie lese ich die Zutatenliste richtig?
Die Zutaten werden nach ihrem Gewichtsanteil (in absteigender Reihenfolge) aufgelistet. Die Hauptzutat steht somit an erster Stelle. Wichtig:
- Sobald ein Bestandteil besonders genannt wird, müssen dazu Prozentangaben gemacht werden, z.B. Fleisch und tierische Nebenprodukte (Huhn 4%).
- Wird, wie im Beispiel, nur die Tierart genannt, bedeutet das, dass auch die Nebenprodukte der Schlachtung enthalten sein können.
- Nebenprodukte sind nicht automatisch schlecht – entscheidend ist die Qualität und Transparenz des Herstellers.
- Steht z.B. „Hühnerfleisch“ auf der Zutatenliste, bedeutet dies, dass es in der Regel um gut verdauliches Muskelfleisch handelt.
Achte immer auf eine Kombination aus Muskelfleisch und hochwertigen Innereien.
Hersteller können ein wenig tricksen, indem sie einzelne Komponenten zusammenfassen oder einzeln auf die Zutatenliste schreiben. Wenn ein Hersteller viele pflanzliche Bestandteile einzeln auflistet (z.B. Mais, Maismehl und Maiskleber einzeln statt als „Mais“) rutschen diese ans Ende der Zutatenliste. Das bedeutet für Dich: schau genau hin! Und zähle ggf. verschiedene Getreidesorten zusammen – erst dann weißt Du, ob wirklich mehr tierische Bestandteile oder doch mehr pflanzliche Komponenten im Futter stecken.
Was bedeutet Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche?
Diese Begriffe stammen aus der sogenannten Weender Futtermittelanalyse. Diese bestimmt weltweit standardmäßig die labortechnischen Inhaltsstoffe, die dann in die Gruppen Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche zusammengefasst werden. Dabei hat das „Roh-“ am Wortanfang nichts mit dem Zustand „roh“ im umgangssprachlichen Sinn zu tun, sondern ist ein analytischer Begriff. Die Werte geben Auskunft über:
- Rohprotein: Eiweiß-/Proteingehalt
- Rohfett: Energie- und Fettsäuren
- Rohfaser: Ballaststoffe
- Rohasche: Mineralstoffe
Wichtig: Diese Laboranalyse sagt nichts über die Qualität oder Verdaulichkeit der Inhaltsstoffe der Zutaten aus.

Welche Zusatzstoffe sind kritisch oder überflüssig?
Zusatzstoffe werden nach ihrer Funktion in 4 Bereiche eingeteilt:
- Sensorische Funktion
- Technologische Funktion
- Ernährungsphysiologische Funktion
- Zootechnische Funktion
Zusatzstoffe mit sensorischer Funktion sollen die Akzeptanz des Futters verbessern. Dazu gehören:
- Aromastoffe,
- appetitanregende Stoffe, aber auch
- Farbstoffe und
- Zucker
Farbstoffe werden oft hinzugefügt, damit das Futter appetitlicher aussieht. Also für den Halter. Denn Deine Katze bzw. Dein Hund würde ein Futter sicher nie wegen der Optik ablehnen.
Zucker taucht häufig in günstigem Futter auf. Oft auch als
- Fructose,
- Dextrose oder
- Maltose
Seine Zugabe hat oft technologische Gründe (z.B. für Konsistenz, Haltbarkeit) und ist in kleinen Mengen nicht automatisch schädlich. Fakt ist jedoch: Dein Hund/ Deine Katze ist nicht auf zugesetzten Zucker angewiesen.
Die zweite Gruppe – Zusatzstoffe mit technologischer Funktion, sollen das Futter haltbar machen oder in eine gewünschte Konsistenz bringen. Dazu zählen:
- Antioxydanzien und Konservierungsstoffe
- Emulgatoren, Stabilisatoren, Verdickungs- und Geliermittel,
- Bindemittel
Einige Hersteller setzen statt synthetischer Konservierungsstoffe auf natürliche Antioxidantien wie Vitamin E (Tocopherole).
Die Zusatzstoffe mit ernährungsphysiologischer Funktion erhöhen und verbessern den natürlichen Nährstoffgehalt des Futters. Sie sind somit wichtig für eine ausgewogene Ernährung. Zu ihnen zählen:
- Vitamine
- Mengen- und Spurenelemente
- Aminosäuren
Zootechnische Zusatzstoffe beeinflussen die Darmflora oder die Verdaulichkeit der Nährstoffe positiv. Dazu zählen z.B. Präbiotika (wie Pektine oder FOS). Ihre Wirkung kann je nach Stoff und Tier unterschiedlich ausfallen.
Wenn Du Dir unsicher bist, ob ein Futter für Deinen Hund oder Deine Katze geeignet ist, dann helfe ich Dir gerne bei der Einschätzung.
Wie vergleiche ich verschiedene Futtermittel anhand der Deklaration?
Achte auf:
- Zutatenliste
- Was ist Hauptzutat?
- Welche Tierart(en) wurden verarbeitet
- Wie Transparenz gibt der Hersteller Auskunft?
- Wie ist das Verhältnis zwischen tierischen und pflanzlichen Zutaten?
- Analytischen Bestandteile
- auffällige Werte?
- Zusatzstoffe
- Notwendig oder überflüssig?
Profi-Tipp: Achte darauf, ob die Angaben auf Trocken- oder Nasssubstanz basieren – besonders bei Nassfutter kann der Wassergehalt den Vergleich verzerren.
Welche Fehler werden beim Lesen der Deklaration häufig gemacht?
Die häufigsten Fehler beim Lesen der Deklaration sind:
- Man schaut nicht, welche Tierarten genau verarbeitet wurden. Oft stehen auf den Futterverpackungen Floskeln wie „mit Pute“, wenn man in die Zutatenliste schaut, steht aber Schwein an erster Stelle – „mit Pute“ bedeutet lediglich, dass mind. 4 % Pute enthalten sein müssen! Schaue also immer genau nach, was tatsächlich in dem Futter verarbeitet wurde.
- „Getreidefrei“ wird oft überbewertet. Bei Katzen ist es oft sinnvoll, ein getreidefreies Futter zu wählen. Die meisten Hunde jedoch, haben mit einem kleinen Getreideanteil kein Problem. „Getreidefrei“ an sich ist also kein Hinweis auf gutes Futter. Viel wichtiger ist, welches Getreide verarbeitet wurde und wie viel im Futter steckt.
- Oft werden die zugefügten Zusatzstoffe einfach übersehen. Am besten Du wählst ein Futter „ohne künstliche Zusatzstoffe“.
Wie wähle ich die richtige Futtermenge? Und wie hilft mir die Fütterungsempfehlung?
Die Fütterungsempfehlung ist nur ein Richtwert. Die tatsächliche Futtermenge hängt von individuellen Faktoren wie Aktivität, Alter, Gewicht und Stoffwechsel usw. ab.
Allerdings lässt sich die Verdaulichkeit und somit Qualität oft über die Fütterungsempfehlung der verschiedenen Futter vergleichen. Schau deshalb beim Vergleich von verschiedenen Futtersorten auch mal nach, wie viel Futter Dein Tier vom jeweiligen Futter benötigt.
Von einem hochwertigen Futter in guter Qualität, braucht Dein Hund bzw. Deine Katze möglicherweise weniger Futter, sodass sich der Preis für das Futter relativiert (Wenn Dich die Fütterungsempfehlung näher interessiert, kannst Du hier mehr dazu lesen).
Gerne helfe ich Dir bei der Einschätzung Deines Futters.
Worin unterscheidet sich die Deklaration von ANIfit Futter von anderen Marken?
ANIfit setzt auf offene Deklaration und transparente Zutatenlisten.
- Detaillierte Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe
- Verwendung von Rohstoffen, die auch für die Lebensmittelproduktion geeignet sind
- Verzicht auf Farb- und Geschmackstoffe
Als tierische Nebenprodukte sind enthalten:
- Herz, Leber, Lunge
- Pansen, Schlund,
- Milz, Hähnchenmägen, Karkassen und Strossen.
👉 Also hochwertige tierische Bestandteile, statt pauschaler Sammelbegriffe.
Warum ist eine Beratung bei der Futterwahl sinnvoll?
Jeder Hund/ jede Katze hat andere Bedürfnisse. Eine individuelle Fütterung ist komplex. Faktoren wie Alter, Aktivität oder Allergien, spielen eine große Rolle. Als Beraterin mit fundierter Ausbildung kann ich Dich dabei unterstützen, das passende Futter für Dein Tier zu finden.
